17. April 2023

Online-Dolmetschen: Europäisches Patentamt geht mit gutem Beispiel voran

Viele Simultandolmetscher:innen von fachdolmetschersuche.de arbeiten für Institutionen wie das Europäische Patentamt oder andere internationale Einrichtungen. Bei der Entwicklung von Standards für Online-Verhandlungen in europäischen Patentverfahren setzte das Patentamt auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Dolmetschdienst. Mit Erfolg: Die Qualität der Webmeetings erhöhte sich deutlich – für Richter, Patentanwälte, Parteien, Schriftführer… und nicht zuletzt für die Dolmetscher:innen.

 

Das Europäische Patentamt (EPA) hat seinen Sitz in München und Den Haag (Niederlande). Ein eigener Dolmetschdienst ist für die drei Hauptsprachen Deutsch, Englisch und Französisch zuständig und koordiniert ein Team von ca. 150 akkreditierten Dolmetscher:innen, die bei Verhandlungen vor der Einspruchsabteilung und den Beschwerdekammern für die störungsfreie mehrsprachige Kommunikation sorgen.


Die zu dolmetschenden Verhandlungen sind hochfachlicher Natur und erfordern von allen Beteiligten eine ausgesprochen gründliche Vorbereitung. Über die Einarbeitung in die jeweilige Akte hinaus müssen die Simultandolmetscher:innen mit der Rechtsgrundlage vertraut sein – hier dem Europäischen Patentübereinkommen.


Mit der Pandemie wurden in allen Branchen unzählige Meetings auf Online-Plattformen verlegt, Datenschutz und Tonqualität wurden zu zentralen Themen und eine integrierte Dolmetschfunktion war zunächst nur bei wenigen Anbietern im Lizenzumfang enthalten. Doch Simultandolmetscher:innen, Technikfirmen und Nutzer:innen fanden gemeinsam schnell Lösungen für jede Art von Veranstaltung.

 

Und so stellte auch das EPA zu Beginn des Jahres 2021 das Verhandlungsgeschehen fast vollständig auf Remote Interpreting (Ferndolmetschen) um. Seitdem finden nicht nur die einsprachigen, sondern auch die mehrsprachigen Verhandlungen auf einer dolmetschfähigen Videokonferenz-Plattform statt. Das Dolmetschteam arbeitet zumeist aus einem technisch ausgereiften und kompetent betreuten Remote-Interpreting-Hub in den Räumen des EPA.


Seit der Umstellung auf Online-Dolmetschen hat sich das Europäische Patentamt in enger Zusammenarbeit mit dem Dolmetschdienst, dem Dolmetschteam, der internen IT-Abteilung und den zuständigen Fachabteilungen eingehend mit dem Thema Tonqualität und Hardware beschäftigt. Die entstandenen Technischen Richtlinien bieten verlässliche Empfehlungen, etwa zu Mikrofonen, Internetverbindung und Arbeitsbedingungen, von denen alle Beteiligten profitieren. So wird eine gute Audioqualität gewährleistet und die Verhandlungen können reibungslos ablaufen.

 

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Beispielhaft ist auch die Umsetzung neuer technischer Erkenntnisse beim Dolmetschdienst des EPA: Waren zu Anfang des neuen Zeitalters der Online-Sitzungen beim Europäischen Patentamt noch Headsets mit integriertem Mikrofon gefordert, werden mittlerweile verstärkt Podcast-Mikrofone mit USB-Anschluss bzw. hochwertige Ansteckmikrofone empfohlen. Dank der Pandemie, die ein verändertes Nutzungsverhalten und neue Ansprüche an die Qualität von digitaler Sprachübermittlung gefördert hat, gibt es heute eine Vielzahl leistungsfähiger Modelle zu akzeptablen Preisen. Diese stellen bei korrekter Handhabung sicher, dass die Eingaben aller Parteien von den Beteiligten inklusive Dolmetschteam gut verstanden und damit auch simultan gedolmetscht werden können. Eine korrekt ausgerichtete Kamera und entsprechende Beleuchtung sorgen für ein optimales Bild, eine stabile und schnelle Breitbandverbindung für die ruckelfreie Übertragung.


Die Zeit und Energie, die in diese Bemühungen investiert werden, zahlen sich aus. Das Feedback aller Beteiligten ist durchweg positiv. Die viel beschworene „Zoom-Fatigue“ – also die kognitive Ermüdung, die sich online deutlich früher einstellt als in einer Präsenzveranstaltung – wird hier durch smarte Ausstattung und Einstellungen auf ein Minimum reduziert.


Weitere Informationen zu den Technischen Richtlinien des EPA finden Sie hier
(auch die englischen und französischen Versionen sind hier abrufbar):

https://www.epo.org/applying/online-services/proceedings/technical-guidelines_de.html

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